Tipps für eine Kreuzfahrt mit Baby oder Kleinkind

Record ID:3 does not exist!

 

Wenn man mit einem Baby oder Kleinkind verreisen möchte, entstehen vor der Buchung oder der Abreise besonders oft Fragen. Die Tipps zu den nachfolgenden Themen basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen. Da sich Serviceleistungen auf den Schiffen kontinuierlich verändern, sollten Sie sicherheitshalber bei der jeweiligen Reederei vor der Buchung nach dem aktuellen Stand fragen.

Bett:

Kinderbetten stehen in begrenztem Umfang an Bord zur Verfügung und sollten vorab reserviert werden. Natürlich kann man auch ein eigenes aufklappbares Reisebett mitbringen. Wenn die beiden Unterbetten zu einem großen Bett zusammengeschoben werden können, findet ein Kleinkind auch im Bett der Eltern genug Platz.

Schwimmweste:

Speziell für Babys und Kleinkinder konzipierte Rettungswesten erhält man beim Betreten des Schiffes, liegen bereits in der Kabine oder sind auf Wunsch erhältlich.

Kinderwagen:

Der mitgebrachte Kinderwagen sollte zusammenklappbar sein, damit man ihn in der Kabine gut verstauen kann. Die Gänge sind dafür zu schmal und ein Abstellen ist dort aus Sicherheitsgründen bestimmt auch nicht zulässig. Bestens bewährt hat sich bei uns ein zusammenklappbarer Buggy.

Windeln:

Kann man auf dem Schiff nicht kaufen und sollten in ausreichender Anzahl mitgebracht werden. Zur Not kann man auch während eines Landgangs Windeln nachkaufen. Für die Entsorgung sollte man kleine Plastiktüten mitbringen, um unnötige Geruchsbelästigungen zu vermeiden.

Babynahrung:

Ist nur in seltenen Fällen vorhanden. Das Mitbringen der gewohnten Nahrung ist jedoch sehr zu empfehlen, um die eigenen Vorstellungen von Qualität und Geschmacksauswahl sicherzustellen. Beim Abendessen wurde uns mehrfach angeboten, dass die Küche für das Baby ungewürztes Essen fein passiert zubereitet.

Trinkwasser:

Das Wasser im Badezimmer der Kabine ist als Trinkwasser deklariert, jedoch oft aus Gründen der Hygiene sehr chlorhaltig. Mineralwasser aus Flaschen sollte man daher vorziehen. Mineralwasser findet man in der Minibar oder kann man auch selbst mitbringen. Für heißes Wasser zur Zubereitung von Babynahrung steht in der Kabine manchmal ein Wasserkocher bereit oder man holt es selbst aus einem Restaurant oder lässt es sich bringen.

Essenszeiten:

Feste Tischzeiten am Abend haben sich bei der Reise mit Kleinkindern als etwas problematisch erwiesen. Selbst der erste Essensdurchgang ist  meist etwas spät und erstreckt sich über 1,5 bis 2 Stunden, was die Geduld der Kinder sehr strapaziert. Bei der Auswahl des Schiffes sollte man daher auf eine alternative Essensmöglichkeit in Buffetform achten. Bei NCL beispielsweise findet man im Buffetrestaurant sogar einen speziell für Kinder ausgestatteten Bereich. Auch das legere Konzept der AIDA-Clubschiffe ist auch sehr angenehm.

Arzt:

Einen Schiffsarzt findet man auf jedem Hochseeschiff. Einen Kinderarzt kann man aber an Bord nicht erwarten. Durch moderne Kommunikationsmittel kann der Schiffsarzt sicherlich bei schwierigen Fällen den Rat eines Facharztes an Land einholen.
Weitere Bemerkungen zur ärztlichen Versorgung finden Sie hier.

Babysitter:

Die Beaufsichtigung eines Kindes in der Kabine ist oft möglich und auf Stundenbasis separat zu bezahlen.

Babyphon:

Ein zuhause üblicherweise verwendetes Babyphone ist durch den vielen Stahl auf einem Schiff nicht gut einsetzbar. Als sehr nützlich haben sich PMR- (kurz für Private Mobile Radio) Funkgeräte mit Babyphone-Funktion erwiesen. Durch ihre höhere Sendeleistung erstreckt sich die Reichweite trotz gut geschirmter Innenkabine über mehre Decks. Eine Große Auswahl solcher Geräte findet man hier. Die Funkgeräte sind auch recht praktisch, wenn man getrennt auf dem weitläufigen Schiff unterwegs ist und sich schnell finden möchte oder nur kurz per Funk etwas absprechen möchte.

Ausflüge:

Kinder können auch auf einen organisierten Ausflug mitgenommen werden. Bis zum Alter von 2 Jahren ist dies meist sogar kostenlos. Für die Mitnahme älterer Kinder wird oft nur ein ermäßigter Preis verlangt. Längere Bustouren und ausgedehnte Besichtigungsprogramme  sind für kleine Kinder natürlich nicht so spannend. Wir haben daher vorzugsweise unsere Landausflüge selbst organisiert und flexibel gestaltet. Nur wo es zum Beispiel Visabestimmungen erforderten, haben wir Touren auf dem Schiff gebucht. Auch war das Verständnis für Kinder bei den älteren deutschen Mitreisenden im Ausflugsbus nur wenig ausgeprägt.

Kinderfreundlichkeit der Crew:

Das Personal an Bord habe ich bisher ausschließlich als überaus kinderfreundlich empfunden. Auf italienischen Schiffen von MSC oder Costa dürfen „Bambini“ fast alles machen und kein Mitarbeiter ist sich für ein Späßchen zu schade. Durch die lange Trennung der Mitarbeiter von ihren Familien, sind Kinder an Bord eine willkommene Abwechslung und sicherlich auch ein kleiner Familienersatz. Besonders die asiatischen Crewmitglieder erzählen  gern von ihren Kindern zuhause und wie sehr sie den Tag des Wiedersehens herbeisehnen.

Swimmingpool:

Auf großen Schiffen gibt es oft Swimmingpools und Whirlpools die für alle Passagiere zugänglich sind und auch Pools ausschließlich für Erwachsene oder auch nur für Kinder. Kinder mit einer Windel,  auch wenn es eine Schwimmwindel ist, wird die Benutzung der Pools aus hygienischen Gründen meist untersagt.

Kinderclub:

Der Kinderclub ist das Herzstück der Kinderbetreuung. Er hat vom Morgen bis in die späten Abendstunden geöffnet und bietet den Kindern ein abwechslungsreiches Programm. Ab einem Alter von ca. 3 Jahren dürfen die Kinder ohne Aufsicht durch einen Erwachsenen im Club bleiben. Mit den Kindern wird gespielt, gebastelt, gesungen und getanzt, es gibt Partys und Zaubershows. Selbst eine Nachtwanderung auf dem Schiff und Backen von Pizza in der Bordküche wird organisiert. Die Betreuung ist zumeist im Reisepreis inklusive, lediglich während der Liegezeit im Hafen wird von manchen Reedereien eine gesonderte Gebühr verlangt.
Die besten Erfahrungen mit dem Kinderclub haben wir bisher auf der MSC Opera gemacht. Dort war die Betreuung sehr engagiert und der Kontakt zu den Kindern sehr herzlich.

Fazit:

Durch die Kontinuität der gleichen Umgebung (Kabine, Restaurants, Kinderclub) und der Abwechslung durch die verschiedenen Anlaufhäfen und Bordeinrichtungen ist eine Kreuzfahrt mit Kindern bequem und vielseitig zugleich und absolut empfehlenswert.

Lassen Sie sich nicht von skeptischen Fragen und unwissenden Kommentaren anderer Menschen von Ihrem Reisewunsch abbringen!

Für weitere Fragen per Email stehe jederzeit gern zur Verfügung.

 

Bitte lesen Sie auch den Erfahrungsbericht über eine Karibik-Kreuzfahrt mit Baby auf der MS "Mein Schiff" von TUI Cruises.