MSC Opera - Reisebericht "Metropolen der Ostsee"

 

Fahrtgebiet: Ostsee
Schiff: MSC Opera
Dauer: 8 Tage
Route: Kiel – Kopenhagen – Visby – Stockholm – Helsinki – St. Petersburg – Seetag - Kiel
Reisezeitpunkt: August 2008

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Die Reiseroute in einer grafischen Übersicht

operaroute

zurückgelegte Entfernungen:

de Kiel - dk Kopenhagen   140 Seemeilen
dk Kopenhagen - se Visby   282 Seemeilen
se Visby - se Stockholm   159 Seemeilen
se Stockholm - fi Helsinki   188 Seemeilen
fi Helsinki - ru St. Petersburg   143 Seemeilen
ru St. Petersburg - de Kiel   755 Seemeilen

gesamte Strecke       1.667 Seemeilen (1 Seemeile = 1,882 km)

 

 

1. Tag - Anreise nach Kiel (Deutschland), Einschiffung, Auslaufen Richtung Kopenhagen (Dänemark)

Da diese Kreuzfahrt ihren Anfang in Kiel nahm, hatten wir die Anreise per Auto gewählt. MSC bot in Zusammenarbeit mit der Firma Kühne + Nagel einen Parkservice an. Das Auto wird einfach am Kreuzfahrtterminal stehen gelassen und später von Mitarbeitern zum Abstellort in eine trockene Halle gefahren. Wir hatten uns für ein Parkhaus in der Nähe als preiswertere Alternative entschieden. Das Förde-Parkhaus ist nur 5 Minuten Fußweg entfernt und kostete ca. 50 € für eine Woche Parken und damit etwa die Hälfte des Angebotes von MSC. Eine Übersicht über Parkmöglichkeiten und Preise findet online über das Parkleitsystem der Stadt Kiel.

Wir hatten vorab den „MSC Express Web Check-in“ gewählt, um die Wartezeit bei der Einschiffung zu minimieren. Als wir uns mit dem Kinderbuggy dem Check-in-Bereich näherten, wurde sofort durch einen Mitarbeiter eine Absperrung geöffnet und wir wurden direkt an einen normalen Check-in-Schalter geleitetet. Bereits dort wartende Gäste wurden höflich, unter Hinweis auf unser mitreisendes Kleinkind, zurückgedrängt. Die gesamte Einschiffungsprozedur dauerte somit nur kinderfreundliche 10 Minuten.

Die obligatorischen Fotos überstanden und auf dem Schiff angekommen, erhielten wir die zusätzliche Kinderschwimmweste und wurden durch ein Crewmitglied zu unserer Kabine begleitet. Das Gepäck folgte umgehend und der Wunsch nach einer Bettdecke und einem Kopfkissen für das selbst mitgebrachte Kinder-Reisebett wurde durch den Kabinensteward sofort erfüllt.

Da der letztmögliche Einschiffungszeitpunkt kurz vor dem Beginn der 1. Sitzung des Abendessens lag, hatte ausnahmsweise das Buffetrestaurant auch am Abend geöffnet. Schade besonders für Familien mit Kindern, dass dieser Service nicht täglich angeboten wurde.

Kiel Kreuzfahrtterminal Kieler Förde  
Kreuzfahrtterminal Kiel Kieler Förde  

 

 

2. Tag - Kopenhagen (Dänemark)

Die nächtliche Fahrt führte uns entlang der Insel Møn, der Öresund-Brücke und der Stadt Malmö. Pünktlich um 8 Uhr legte die MSC Opera im nördlich der Innenstadt gelegenen „Frihavn“ am „Sundkaj“ an. Die Stadt empfing uns mit strömendem Regen und nicht gerade sommerlichen Temperaturen. Der „Frihavn“ ist ein Industriehafen, etwa 45 Minuten Fußweg von der Innenstadt entfernt. Als Kreuzfahrtterminal dient eine wenig repräsentative umgebaute ehemalige Lagerhalle.
 
Kreuzfahrtterminal Kopenhagen Hafenanlagen in Kopenhagen Blick zum Langelinienkaj
Costa Medterranea am
Kreuzfahrtterminal
Hafenanlagen Blick zum "Langelinienkaj"
 
MSC bot außer den organisierten Ausflügen leider keinen Busshuttle in die Innenstadt an. Durch die zeitgleich einlaufende Costa Mediterranea (2.680 Passagiere) war die Warteschlange am Taxistand nahezu endlos. Als Alternative bot sich der Hop-On-Hop-Off -Bus von www.city-sightseeing.com an. Für 70 Dänische Kronen (ca. 10 Euro) pro Person kann man den Bus beliebig oft benutzen und an 28 Haltestellen beliebig oft ein- und aussteigen. Der Bus verkehrt aller 30 Minuten und im Preis sind Kopfhörer inbegriffen, über die Erläuterungen in verschiedenen Sprachen gegeben werden. Die Linienführung schließt auch den näher an der Innenstadt liegenden „Langeliniekaj“ mit ein, der oft von kleineren Kreuzfahrtschiffen genutzt wird. Die Haltestellen befinden sich alle in der Nähe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, u.a.:

 

Königliche Nationalgarde am Schloss Amalienborg
  • Kleine Meerjungfrau
  • Schloss Amalienborg mit Garde
  • Tivoli (einer der ältesten Freizeitparks der Welt)
  • Schloss Christiansborg (Sitz des Parlaments)
  • Schloss Rosenborg
  • Nyhavn
  • Strøget (mit 1,1 km eine der längsten Einkaufsstraßen Europas)
Königliche Nationalgarde
am Schloss Amalienborg
 

     

    Shuttle-Bus von CitySightseeing.com Schloß Amalienborg mit dem Reiterstandbild Frederiks V. Schloss Amalienborg
    Shuttle-Bus von
    City-Sightseeing.com
    Schloss Amalienborg mit dem
    Reiterstandbild Frederiks V.
    Schloss Amalienborg
         
    Segelschiff Sedow im Amaliehaven der verregnete Nyhavn Schloss Christiansborg
    Segelschiff Sedow im
    Amaliehaven
    der verregnete Nyhavn Schloss Christiansborg,
    Sitz des Parlaments

     

    Ein selbst organisierter Ausflug ist somit absolut unproblematisch. Alternativ zum beschriebenen Bus, erreicht man vom „Frihavn“ aus, in geschätzten 20 Minuten Fußweg auch einen Bahnhof der S-Bahn.
    Da Sonntag war, hatten die meisten Geschäfte auf der Haupteinkaufsstraße „Strøget“ geschlossen, lediglich die Convenience Stores von 7-Eleven hatten für den Kauf von Snacks und Getränken geöffnet. Wer keine Dänischen Kronen hat und dort bequem mit Kreditkarte bezahlt, dem wird gleich im Geschäft eine zusätzliche Gebühr berechnet.
    Es war nicht unser erster Besuch in Kopenhagen und das Wetter zeigte sich nicht von der besten Seite – entsprechend kurz viel unser Landausflug aus. Obwohl es bei Rückkehr zum Schiff immer noch regnete, wurden die Pools und Jacuzzies rege genutzt. Zum Auslaufen um 18 Uhr verabschiedete uns Kopenhagen mit ein paar zarten Sonnenstrahlen Richtung Visby (Insel Gotland).

     

     

    3. Tag - Visby (Insel Gotland / Schweden)

    Panorama von Visby

    Panorama von Visby

    Wie die nachfolgenden Fotos zeigen, hatten wir heute mehr Glück mit dem Wetter. Für den kleinen Hafen von Visby, der Inselhauptstadt von Gotland, ist die MSC Opera mit ihrer Länge von über 250 Meter viel zu groß. Die Passagiere mussten deshalb mit den bordeigenen Tenderbooten an Land gebracht werden. Durch den starken Wellengang und der Tatsache, dass nur vier Tenderboote eingesetzt wurden und durch keine weiteren Schiffe vom örtlichen Hafen unterstützt wurden, dauerte es über zwei Stunden bis die letzten Gäste von Bord gebracht wurden. Wir hatten es zeitlich nicht geschafft, rechtzeitig Tendertickets abzuholen. Somit waren wir mit unter den letzten Fahrgästen und erst gegen 15 Uhr auf der Insel.

    Für die Besichtigung der über etwa 20.000 Einwohner zählenden Stadt ist nicht besonders viel Zeit erforderlich. Man kann sich einfach durch den historischen Stadtkern treiben lassen und die alten Gebäude anschauen. Dazu zählen unter anderem:

    • die fast vollständig erhaltene 3,6 km lange Stadtmauer mit ihren Wachtürmen
    • die Kirchenruine St. Karin am Marktplatz
    • die alten Speicher aus der Zeit der Hanse


    Für das leibliche Wohl gibt es zahlreiche Restaurants und Cafés mit Plätzen im Außenbereich, soweit es das Wetter zulässt. Die Geschäfte im historischen Stadtkern sind mit ihrem Angebot größtenteils sehr auf die Touristen ausgerichtet.

    Um 18 Uhr waren alle Gäste wieder an Bord, die Tenderboote wieder aus der Ostsee gehoben,  der Anker gelichtet und die Reise konnte Richtung Stockholm, der Hauptstadt von Schweden, fortgesetzt werden.

    MSC Opera auf Reede vor Visby Tenderboot der MSC Opera Hafen von Visby
    MSC Opera auf Reede
    vor Visby
    Tenderboot der MSC Opera Hafen von Visby
         
    Turm der historischen Stadtmauer Parkanlage mit der mittelalterlichen Stadtmauer Marktplatz von Visby
    Turm der historischen
    Stadtmauer
    Parkanlage mit der
    mittelalterlichen Stadtmauer
    im Hintergrund
    Marktplatz von Visby
         
    rathaus Kirchenruine St. Karin Creperie
    Rathaus (Donnersgatan) Kirchenruine St. Karin Creperie in einem winzigen
    Haus (Hästgatan)
         
    Café in einem alten Haus typische Altstadtstraße alter Speicher aus der Hansezeit
    ein Café in einem alten Haus typische Altstadtstraße in Visby alter Speicher aus der Hansezeit

     

     

    4. Tag - Stockholm (Schweden)

    Stockholm, „Venedig der Nordens“ genannt, sollte einer der Höhepunkte dieser Reise werden. Die Stadt verteilt sich auf 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Etwa ein Drittel der Stadt sind Wasserflächen. Die etwa 55 Seemeilen (etwa 100 km) ins Landesinnere eingerückte Lage von Stockholm macht die An- und Abreise per Schiff besonders interessant. Denn die Stadt ist von circa 24.000 Inseln, Schären genannt, umgeben. Die meisten dieser Inseln sind unbewohnt oder sind nur mit einem kleinen Häuschen und einem Bootssteg bebaut.

     

    Um 3:00 Uhr, also bereits über 5 Stunden vor unserer geplanten Ankunft, kam ein Lotse an Bord und lenkte die MSC Opera sicher in den Hafen von Stockholm. Das Manövrieren mit einem riesigen Schiff durch dieses Insel-Labyrinth ist sicherlich eine große Herausforderung.

     

    MSC Opera im Industriehafen von Stockholm
     

    Wie schon in Kopenhagen, lagen wir leider auch heute wieder in einem Industriehafen. Der „Frihamnen“ ist nordöstlich der Innenstadt gelegen. Es gibt ein  kleines Kreuzfahrtterminal mit einem Café, Souvenirshop und Toiletten. Bei der Ankunft empfingen uns örtliche Mitarbeiter und verteilten kostenlose Stadtpläne an die Passagiere. Ein Liegeplatz im direkt in Innenstadtnähe gelegenen „Stadsgardshamnen“ wäre sicherlich attraktiver gewesen. Bei den immer größer und zahlreicher werdenden Kreuzfahrtschiffen gibt es immer weniger Alternativen zu den Industriehäfen am Stadtrand.

    MSC Opera im Industriehafen
     
     
    Für alle Passagiere ohne gebuchten Ausflug stellte MSC einen sehr gut organisierten Bus-Shuttleservice zum Preis von 7 € bereit. Die Fahrt endete direkt am zentral gelegen „Strömkajen“. Von hier aus erreicht man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu Fuß. Hier starten auch die sehr empfehlenswerten Stadtrundfahrten per Boot und die zum Teil über einhundert Jahre alten  Fährschiffe zu entlegeneren Stadtteilen. Die Rundfahrten kann man am Ticketschalter bequem mit  Kreditkarte (u.a. Mastercard, VISA, Amex) bezahlen.


    Wichtige Sehenswürdigkeiten:

    • Stadthalle – hier wird jeden Dezember der Nobelpreis verliehen
    • Vasa Museum – mit dem restaurierten Gefechtsschiff „Vasa“, was über 300 Jahre in 32 Meter Tiefe auf dem Grund gelegen hatte
    • Königspalast – ein Schloß (Kungliga Slottet) mit 608 Räumen und täglicher Wachablösung
    • Gamla Stan – die Altstadt

     

    Altstadt auf der Stadtinsel (Stadsholmen) Königliches Schloss auf der Insel Stadsholmen Schiffsanleger Strömkajen in Stockholm
    Altstadt auf der Stadtinsel
    (Stadsholmen)
    Königliches Schloss auf
    der Insel Stadsholmen
    Schiffsanleger Strömkajen
         
    Intercontinental Grand Hotel Stockholm das Königliche Dramatische Theater (Dramaten) Linienschiff Storskär (Baujahr 1908)
    5* Intercontinental Grand
    Hotel am Strömkajen
    das Königliche Dramatische
    Theater (Dramaten)
    Linienschiff "Storskär" von
    Waxholmsbolaget
    (Baujahr 1908)

     

    Die Rückfahrt mit dem Bus von MSC verlief wieder gut organisiert. Es warteten immer mehrere Busse auf die Gäste, so dass es zu keinerlei Wartezeiten kam. Wer sein Besichtigungsprogramm auf den Innenstadtbereich beschränkt und seine Fahrkarten und Eintrittskarten selbst kauft, kann hier seinen Ausflugs mühelos selbst organisieren.

    der Anker der MSC Opera wird neu gestrichen Am Vortag lagen wir auf Reede vor Visby und der Anker der MSC Opera musste genutzt werden. Die dadurch entstanden Gebrauchsspuren wurden heute gleich von zwei Crewmitgliedern entfernt. Von einem kleinen Floß aus, haben sie den Anker wieder mit frischer Farbe im leuchtenden Weiß erstrahlen lassen.


    Um 16 Uhr legten wir Richtung Helsinki ab und vor uns lag die spektakuläre Ausfahrt durch die Schärenlandschaft mit den tausenden Inseln, die wir schon bei der morgentlichen Einfahrt bewundern konnten. Leider war das Wetter nicht so, dass man lange auf dem Oberdeck verweilen konnte.
     
    Ausfahrt durch die Stockholmer Schären
    Linienschiff Norrskär Silja Galaxy im Wald Inseln der Stockholmer Schären
    Linienschiff Norrskär Silja Galaxy "im Wald",
    hinter einer Insel
    Inseln der Stockholmer
    Schären

     

     

    5. Tag - Helsinki (Finnland)

    Helsinki war der am nördlichsten gelegene Anlaufhafen dieser Reise. In der Nacht sind wir in eine andere Zeitzone gefahren und die Uhren mussten eine Stunde vorgestellt werden. Die Liegezeit war dadurch mit 10 Uhr bis 16 Uhr nicht besonders lang geplant. Die MSC Opera lief bei starker Bewölkung pünktlich in den Industriehafen „Hernesaari“ ein und machte am „Munkkisaari Quay“ fest. Zeitgleich lief neben uns das überaus farbenfroh gestaltete Fährschiff „Superstar“ der Reederei Tallink ein, denn vom Westhafen aus, verkehren auch die Fähren nach Tallinn und Rostock.

     

    MSC stellte wieder Schuttlebusse für Gäste mit individuellem Besichtigungsprogramm bereit. Die Hin- und Rückfahrt wurde mit 6 Euro je Erwachsenen und 4 Euro je Kind berechnet. Der Bus brachte uns an das westliche Ende der zentral gelegenen Esplanadi, der Haupteinkaufsstraße Helsinkis. Das bekannte Kaufhaus „Stockmann“, angeblich das größte in Skandinavien, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft.
    Wir spazierten durch den Park, der sich zwischen den beiden Straßenseiten der Esplanadi befindet, Richtung Südhafen und Marktplatz. Im Südhafen lagen weitere Fähren, die nach Tallin und St. Petersburg fahren: so die „Silja Serenade“,  ein Schiff von „Stella Lines“ und weitere Highspeed-Fähren. Direkt am Südhafen befindet sich der Marktplatz. Durch die auch in Finnland eingeführte Gemeinschaftswährung Euro, lassen sich die Preise hier gut vergleichen. Eine kleine Schale Erdbeeren kostete beispielsweise stolze 5 €. Der weite Weg nach Finnland macht derartige Frischprodukte sehr teuer. Natürlich durften auf dem Markt auch zahlreiche Souvenirstände mit Produkten rund um das Rentier nicht fehlen.
    Der Weg führte uns weiter zur Uspenski-Kathedrale (Uspenskin katedraali) mit einem sehr schönen Blick über die Stadt, anschließend zur Besichtigung vom Dom mit dem angrenzenden Senatsplatz (Senaatintori). An der Art der Architektur der alten Häuser von Helsinki kann man den Einfluss Russlands deutlich sehen, denn Finnland war noch bis 1917 im russischen Besitz.

     

    Aus den schon den ganzen Tag vorherrschenden dunklen Wolken kam nun starker Regen und es sah nicht so aus, als ob es nur ein kurzer Schauer sein würde. So eilten wir zum wartenden Shuttlebus, der uns zurück in den Hafen brachte. Der frühe Abfahrtszeitpunkt kam uns jetzt ganz gut gelegen, denn das Wetter war nun einfach zu schlecht für weitere Unternehmungen an Land.

     

    Wie schon in den vorhergehenden Häfen, kann man auch in Helsinki auf die Buchung einer organisierten Tour gut verzichten.
     
    Ein paar wenige Eindrücke von Helsinki:
     
    Markthalle am Stadthafen Helsinki Uspenski-Kathedrale (finn. Uspenskin katedraali) Innenaufnahme der Upenski-Kathedrale
    Markthalle (Baujahr 1888)
    am Südhafen (Eteläsatama)
    Uspenski-Kathedrale (finn.
    Uspenskin katedraali)
    Innenaufnahme der
    Upenski-Kathedrale
         
    Dom von Helsinki am Senatsplatz Senatsplatz (Senaatintori) Parkanlage entlang der Esplanadi
    Dom am Senatsplatz Senatsplatz (Senaatintori) Parkanlage entlang der
    Esplanadi
         
    Marktplatz (Kauppatori) Rentier-Souvenirs Fährschiffe im Südhafen
    Marktplatz (Kauppatori)
    am Südhafen
    Rentier-Souvenirs auf dem
    Markt
    Fährschiffe im Südhafen

     

     

    6. Tag - St. Petersburg (Russland)

    Auch in der vergangenen Nacht wurde die Uhr wieder eine Stunde vorgestellt. Nun hatten wir bereits die 2. Zeitzone im Bezug auf den Starthafen Kiel erreicht. Wir legten im Industriehafen gleich neben der AIDA bella an. Als Kreuzfahrtterminal fungierte hier eine Halle aus Wellblech.

    Aida Bella im Hafen von St. Petersburg Hafenanlagen in St. Petersburg  
    AIDA bella im Hafen von St. Petersburg Hafenanlagen mit Frachtschiffen  

     

    St. Petersburg hat unheimlich viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Entsprechend früh haben die ersten Touren begonnen. Die Abfahrt zum entfernteren Katharinenpalast in Pushkin startete beispielsweise bereits um 7:15 Uhr, Ortszeit wohlgemerkt. MSC  hat an diesem Tag die vollständige Frühstücksauswahl im Buffetrestaurant „Le Vele“ schon ab 6 Uhr angeboten, damit alle Ausflügler sich für den Tag ausreichend stärken konnten. Zu dieser Uhrzeit gibt es sonst nur ein reduziertes Frühaufsteherfrühstück.Wir entschieden uns, den Tag etwas langsamer zu beginnen: auszuschlafen, in Ruhe zu Frühstücken, den wunderbar sonnigen Vormittag zu genießen und erst eine Tour nach dem Mittagessen zu wählen.

     

    Für Russland benötigt man für die Einreise ein Visum, was vorab in Deutschland zu beantragen ist und bei Visa-Diensten etwa 80 € kostet. Für Kreuzfahrtgäste besteht jedoch eine Sonderregelung: bei Buchung eines organisierten Ausfluges, erhält man ein Gruppenvisum für die Dauer der Tour ohne bürokratische Formalitäten und zusätzliche Gebühren. Dadurch ist man jedoch auf die Ausflüge der Reederei angewiesen. Die Preise variierten zwischen 27 € für 3,5 Stunden Panoramafahrt & Shopping und 112 € für eine Ganztagsfahrt über 9 Stunden inklusive Mittagessen.

     

    Wir hatten uns für eine halbtägige Stadtrundfahrt mit Besichtigung der Peter und Paul-Festung entschieden. Die Tour führte uns zur St. Isaak-Kathedrale, zu einem Aussichtspunkt mit Blick zur Eremitage und zum Panzerkreuzer Aurora. Ein obligatorischer Stopp an einem Souvenirgeschäft in einer abseits gelegenen Seitenstraße durfte natürlich zwischendurch auch nicht fehlen. Anschließend wurde die Peter und Paul-Festung mit der üppig verzierten Kathedrale und den darin befindlichen Gräbern der Zaren angesteuert. Ein abschließender Halt an der sehr imposanten Auferstehungskirche, auch als Blutkirche, Erlöserkirche und Bluterlöser-Kirche bekannt, war ein gelungener Abschluss der Fahrt. Von hier aus fuhr uns der Bus im total chaotischen Feierabendverkehr wieder zurück zum Schiff. Um Verkehrsregeln scheint sich in Russland kein Autofahrer zu halten. Selbst die Größe des Busses, konnte andere Verkehrsteilnehmer nicht von riskanten und waghalsigen Manövern abhalten. Eine ähnliche Fahrweise hatte ich bisher nur in Bangkok erlebt.

     

    Isaakskathedrale in St. Petersburg Eremitage mit Winterpalast eine der Rostasäulen
    Isaakskathedrale Eremitage mit dem
    Winterpalast
    eine der Rostasäulen an
    der Newa
         
    Zugbrücke über die Newa Panzerkreuzer Aurora Zentrales Museum der Seekriegsflotte
    Zugbrücke über die Newa Panzerkreuzer Aurora Zentrales Museum der
    Seekriegsflotte
         
    Auferstehungskirche, auch als Blutkirche, Erlöserkirche und Bluterlöser-Kirche bekannt Peter-und-Paul-Kathedrale Peter-und-Paul-Kathedrale Innenaufnahme
    Auferstehungskirche,
    auch als Blutkirche,
    Erlöserkirche und
    Bluterlöser-Kirche bekannt
    Peter-und-Paul-
    Kathedrale
    Innenaufnahme der
    Peter-und-Paul-
    Kathedrale

     

    Die kurzen Fotostopps und Besichtigungen im Vorbeifahren haben nur einen minimalen Einblick in diese wunderschöne Stadt erlaubt und uns neugierig auf einen weiteren Besuch gemacht. Um wenigstens die Highlights zu sehen, benötigt man sicherlich mindestens eine Woche nur in St. Petersburg. Für Kreuzfahrtgäste empfiehlt sich daher, eine Route mit einer Liegezeit über Nacht zu wählen, um wenigstens zwei volle Tage Zeit für ausgiebigere Besichtigungen zu haben.

     

    Um 19:00 Uhr legten wir für die abschließende Fahrt über 755 Seemeilen zurück nach Kiel ab. Die 600 Kubikmeter Treibstoff für 7 Tage Kreuzfahrt wurden bereits am Vormittag gebunkert.
     

     

    7. Tag - Seetag, Fahrt nach Kiel (Deutschland)

    Der heutige Tag empfing uns mit sonnigem, aber stürmischem Wetter. Bereits in der Nacht war starker Wellengang zu spüren, der bis zum späten Vormittag nicht nachließ. Man hatte schon große Mühe, den Frühstückskaffee ohne zu verschütten zu seinem Tisch zu bringen. Auffällig war, dass heute relativ wenig Passagiere beim Frühstück waren. Da wird wohl bei einigen Gästen  die gefürchtete Seekrankheit zugeschlagen haben.
    Ein Seetag am Ende der Reise bietet sich immer an, um sich von den Unternehmungen der vorhergehenden Tage zu erholen und die vielen Eindrücke und Erlebnisse gedanklich zu verarbeiten.
    Durch den starken Wind und die zügige Fahrt konnte man trotz Sonnenschein, die Pools nicht nutzen. Schade, dass keine wärmenden Wolldecken auf dem Pooldeck bereitgestellt wurden. Auf einer Kreuzfahrt mit der Costa Magica haben wir das als einen sehr angenehmen Service empfunden. Trotz Seetag war das Animationsprogramm nicht besonders umfangreich. Die Erwachsenen vertrieben sich dadurch die Zeit im Café oder in den Bars. Die Kinder nutzten den hervorragenden Miniclub ausgiebig.

    Seetag auf dem Weg von St. Petersburg nach Kiel
    Seetag auf dem Weg von
    St. Petersburg nach Kiel

     

     

    8. Tag - Kiel (Deutschland), Ausschiffung, Abreise

    Obwohl das heutige Einlaufen in Kiel erst für 12 Uhr geplant war, mussten wir die Kabine bereits bis 8 Uhr freigeben. Unsere Koffer wurden schon in der Nacht zur Ausschiffung abgeholt. Das Handgepäck konnte ab dem frühen Morgen bis zum Verlassen des Schiffes eingelagert werden. Dafür wurde im Sotto Vento Pub eine bewachte Gepäckaufbewahrung eingerichtet.

     

    Wie schon beim Ablegen, zeigte sich das Wetter in Kiel wieder von seiner Sonnenseite. Da Samstag war, begleiteten uns bereits weit vor der Kieler Förde viele kleine Segel- und Motorboote auf unserem Weg. Auf der Förde wurde der Schiffsverkehr immer dichter und die Manöver der Hobbykapitäne um uns herum immer gewagter., so dass sich unser Kapitän mit dem lauten Horn der MSC Opera etwas mehr Respekt verschaffen musste. Durch das schöne Wetter konnte man die letzten Stunden bis zur Ausschiffung entspannt auf dem Sonnendeck verbringen. Die Verabschiedung unseres Kindes durch das Team vom Miniclub viel sehr herzlich aus. Als kleines Andenken erhielten erhielten die Kinder noch einen DOREMI, das Maskottchen des Clubs, als Plüschtier geschenkt.

     

    Wir hatten keine organisierte An- und Abreise gebucht. Dadurch sollte die Ausschiffung für uns erst 2 Stunden nach dem Anlegen erfolgen. Da wiraber noch 600 km Autofahrt vor uns hatten, sind wir einfach eher von Bord gegangen, was niemanden störte. Die Abholung unseres Autos im Fördeparkhaus verlief schnell und unkompliziert. Die Rückfahrt dauerte durch zahlreiche Staus, bedingt durch die Ferienzeit, länger als geplant.
     
    Leuchtturm Kiel der Lotse kommt an Bord  
    Leuchtturm Kiel der Lotse kommt an Bord